GPS-Uhr für Kinder zum Schulstart – warum wir uns dafür entschieden haben

Kind mit GPS-Kinderuhr am Handgelenk, Hand in Hand mit Mama oder Papa

Mit dem Schulstart verändert sich für Kinder plötzlich ziemlich viel.

Der Kindergarten ist vorbei, der Alltag wird selbstständiger und irgendwann kommen die ersten Situationen, bei denen wir Eltern merken: Wir können und wollen nicht mehr ständig danebenstehen.

Ein Stück alleine vorausgehen. Bei einem Freund bleiben. Vielleicht irgendwann einen bekannten Weg alleine gehen.

Für Kinder sind das kleine Schritte in Richtung Freiheit. Für Eltern fühlen sie sich manchmal deutlich größer an.

Deshalb haben wir unserem Sohn zum Schulstart eine Kinder-Smartwatch mit Telefon- und Ortungsfunktion gekauft.

Nicht, weil wir ihn auf Schritt und Tritt überwachen möchten. Eigentlich sogar aus dem gegenteiligen Grund: Die Uhr soll uns dabei helfen, ihm mehr Selbstständigkeit zuzutrauen.

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Warum eine Kinderuhr und noch kein Handy?

Ein eigenes Smartphone ist für uns derzeit noch nicht notwendig. Nicht, weil Smartphones grundsätzlich schlecht wären. Aber mit einem Smartphone bekommt ein Kind eben nicht nur eine Möglichkeit zum Telefonieren.

Es bekommt gleichzeitig Apps, Internet, Videos, Spiele, Nachrichten und später wahrscheinlich noch einiges mehr.

Was wir gesucht haben, war wesentlich einfacher: Unser Kind soll uns erreichen können, wenn etwas ist. Und wenn wir tatsächlich einmal Grund zur Sorge haben, möchten wir nachsehen können, wo es sich befindet.

Genau dafür fanden wir eine Kinder-Smartwatch passend. Sie ist im Prinzip ein kleines Telefon am Handgelenk – ohne gleich ein vollwertiges Smartphone zu sein.

Was kann unsere Kinder-Smartwatch eigentlich?

Genau hier wird die Uhr für mich interessant. Denn sie ist nicht einfach nur eine Uhr mit GPS.

In die Uhr kommt eine 4G-Nano-SIM-Karte. Dadurch kann sie ähnlich wie ein kleines Mobiltelefon Anrufe tätigen und empfangen.

Über die dazugehörige Handy-App können wir die Uhr verwalten und verschiedene Funktionen einstellen. Für unseren Alltag sind vor allem diese Funktionen interessant:

  • Telefonieren
  • Telefonbuch mit bekannten Kontakten
  • SOS-Notruf
  • GPS-Ortung
  • Sicherheitsbereiche
  • Sprachchat
  • Videotelefonie
  • Klassenmodus
  • Sperre unbekannter Anrufer
  • Gerät finden
  • Schrittzähler
  • Wecker
  • Kamera und Galerie

Ein paar davon finde ich für ein Schulkind wirklich sinnvoll. Andere sind eher nette Extras.

Telefonieren direkt über die Uhr

Das war für uns eine der wichtigsten Funktionen.

Über das Telefonbuch können Kontakte auf die Uhr übertragen werden. Das Kind kann diese Personen anschließend direkt über die Uhr anrufen. Zusätzlich gibt es auch eine normale Telefonfunktion.

Für mich ist genau das der große Vorteil gegenüber einem normalen GPS-Tracker. Wenn etwas passiert, kann unser Kind selbst reagieren.

Nicht nur wir können schauen, wo es ist. Es kann uns anrufen. Das finde ich wesentlich wichtiger.

Wenn es beispielsweise einen vereinbarten Treffpunkt nicht findet, sich unsicher fühlt oder irgendwo nicht weiterweiß, muss es keine Telefonnummer auswendig kennen und kein fremdes Telefon suchen. Mama oder Papa sind direkt am Handgelenk erreichbar.

Die SOS-Taste gefällt mir besonders

Die Uhr besitzt zusätzlich eine eigene SOS-Funktion.

Bis zu drei SOS-Telefonnummern können hinterlegt werden. Wird die Taste ungefähr drei Sekunden gedrückt gehalten, wird die Notruffunktion aktiviert.

Das haben wir unserem Sohn natürlich auch erklärt. Nicht: „Drück da mal drauf und schau, was passiert.“ Sondern: „Wenn du wirklich Hilfe brauchst und uns schnell erreichen musst, kannst du diese Taste verwenden.“

Gerade bei einem jüngeren Kind finde ich eine solche einfache Funktion besser, als im Notfall erst durch irgendwelche Menüs navigieren zu müssen.

GPS-Ortung – aber nicht als Dauerüberwachung

Über die App lässt sich der Standort der Uhr anzeigen.

Interessant ist dabei, dass die Uhr nicht ausschließlich GPS verwendet. Laut Anleitung kombiniert sie GPS, WLAN- und LBS-Ortung, um den Standort auf der Karte darzustellen.

Das bedeutet allerdings auch: Eine Kinderuhr ist kein militärisches Ortungssystem. Je nach Umgebung und Empfang kann die Position unterschiedlich genau sein.

Für mich reicht das trotzdem für den eigentlichen Zweck: Wenn unser Kind irgendwann einen bekannten Weg alleine geht und deutlich zu spät kommt, kann ich nachsehen, ob es ungefähr dort ist, wo ich es erwarten würde.

Ich möchte dagegen nicht alle fünf Minuten kontrollieren: Wo ist er jetzt? Warum steht er dort? Warum bewegt sich der Punkt nicht?

Dann würde aus einem Sicherheitsnetz ziemlich schnell eine digitale Leine werden. Und genau das wollen wir nicht.

Sicherheitszonen – praktisch, aber mit Maß

Eine Funktion, die ich vorher gar nicht so wichtig fand, sind sogenannte Sicherheitszonen oder Geofences.

In der App können bis zu drei Bereiche festgelegt werden. Verlässt die Uhr einen solchen Bereich, kann die App eine Meldung senden.

Das könnte beispielsweise später interessant sein für: Schule. Zuhause. Oder einen bestimmten Bereich, in dem sich das Kind aufhalten darf.

Auch hier würde ich es aber nicht übertreiben. Ich möchte nicht bei jeder Bewegung eine Meldung bekommen. Aber für bestimmte Situationen kann es beruhigend sein.

Sprachchat statt ständig telefonieren

Die Uhr unterstützt auch Sprachnachrichten.

Über die Handy-App können Eltern Text- und Sprachnachrichten an die Uhr schicken. Von der Uhr zurück können Sprachnachrichten gesendet werden. Textnachrichten kann die Uhr laut Anleitung allerdings nicht zurückschreiben.

Für ein Kind finde ich das eigentlich gar nicht schlecht. Es muss nichts tippen. Einfach aufnehmen: „Papa, ich bin jetzt bei meinem Freund.“ Fertig.

Videotelefonie gibt es ebenfalls

Die Uhr kann sogar Videoanrufe mit der verbundenen App durchführen.

Das war für mich beim Kauf nicht entscheidend. Aber ich kann mir Situationen vorstellen, in denen es praktisch ist.

Wenn ein Kind beispielsweise irgendwo wartet und nicht genau erklären kann, wo es ist, kann ein kurzer Videoanruf hilfreicher sein als zehn Minuten: „Was siehst du denn?“ – „Einen Baum.“ – „Welchen Baum?“ – „Einen grünen.“

Der Klassenmodus ist für eine Schuluhr fast Pflicht

Eine Kinder-Smartwatch soll während des Unterrichts natürlich nicht plötzlich zum Spielzeug werden.

Die Uhr besitzt deshalb einen Klassenmodus. Über die App können Zeiträume festgelegt werden, in denen Anrufe blockiert werden.

Das finde ich für eine Uhr, die ein Kind in der Schule trägt, ziemlich wichtig. Sie soll während des Unterrichts eben keine „Papa, was gibt es heute zum Essen?“-Maschine werden.

Wichtig ist trotzdem: Wir würden immer vorher mit der Schule beziehungsweise Lehrkraft klären, ob und unter welchen Bedingungen eine Smartwatch getragen werden darf.

Fremde Anrufer lassen sich sperren

Eine Funktion gefällt mir aus Elternsicht besonders gut: Die App kann so eingestellt werden, dass nur Kontakte aus dem Telefonbuch anrufen dürfen. Unbekannte Anrufer können blockiert werden.

Gerade bei einer Kinderuhr ist mir das wesentlich wichtiger als irgendein zusätzliches Spiel oder ein hübsches Zifferblatt. Ein Kind braucht auf seiner Uhr keine Werbeanrufe oder unbekannte Telefonnummern.

Und wenn die Uhr irgendwo herumliegt?

Auch dafür gibt es eine Funktion. Über „Gerät finden“ kann die Uhr über die App zum Klingeln gebracht werden.

Bei einem Schulkind halte ich die Wahrscheinlichkeit „Ich weiß nicht, wo meine Uhr ist“ ehrlich gesagt für deutlich höher als die Wahrscheinlichkeit eines spektakulären Notfalls. Deshalb könnte diese Funktion bei uns durchaus häufiger zum Einsatz kommen als SOS.

Es gibt auch Kamera, Galerie und Videotelefonie

Die Uhr besitzt eine Kamera und eine kleine Galerie für die aufgenommenen Fotos. Das ist für Kinder natürlich lustig. Für unseren Kauf war es allerdings kein entscheidender Punkt.

Ich sehe die Kamera eher als Zusatz. Bei einer Schuluhr wären mir Telefonie, SOS und eine vernünftige Kontaktverwaltung wesentlich wichtiger.

Und natürlich gehört auch hier erklärt: Andere Menschen werden nicht einfach ungefragt fotografiert.

Schrittzähler, Wecker und Rechner

Daneben gibt es einige klassische Smartwatch-Funktionen. Die Uhr besitzt einen Schrittzähler und es können bis zu drei Alarme eingestellt werden. Außerdem gibt es direkt auf der Uhr einen Rechner.

Das sind nette Ergänzungen. Gerade ein Wecker kann später beispielsweise hilfreich sein, wenn ein Kind zu einer bestimmten Uhrzeit nach Hause kommen soll.

Der Schrittzähler wiederum ist bei uns eher: „Schau mal, wie viel ich heute gegangen bin!“ als ernsthaftes Fitnesstracking. Und das ist für mich auch völlig ausreichend.

Was mir besonders wichtig war: Das Kind kann uns selbst erreichen

Nach ein bisschen Verwendung merke ich, dass GPS für mich gar nicht die wichtigste Funktion ist. Es ist die Telefonfunktion.

Ortung hilft mir. Telefonieren hilft dem Kind. Und genau darum geht es eigentlich.

Wenn unser Sohn irgendwann einen Weg alleine gehen darf, möchte ich nicht nur wissen können, wo er ist. Ich möchte, dass er selbst weiß: Wenn ich mich unsicher fühle, kann ich Papa oder Mama anrufen.

Das gibt nicht nur uns Sicherheit. Es gibt auch ihm eine.

Die Uhr ersetzt trotzdem keine Vorbereitung

Das finde ich bei GPS-Uhren besonders wichtig. Nur weil ein Kind eine solche Uhr trägt, kann es nicht automatisch alleine unterwegs sein. Die Uhr ersetzt nicht:

  • gemeinsam Wege üben,
  • Straßenverkehr erklären,
  • gefährliche Stellen besprechen,
  • klare Regeln vereinbaren,
  • wissen, wo das Kind hin möchte,
  • einschätzen, ob das eigene Kind überhaupt bereit dafür ist.

Eine Smartwatch macht aus einem Schulkind nicht plötzlich einen kleinen Erwachsenen. Die Technik ist das Sicherheitsnetz. Die Vorbereitung kommt zuerst.

Auch die Uhr hat Grenzen

Ein paar Dinge sollte man ebenfalls wissen.

Die Uhr benötigt eine 4G-fähige Nano-SIM-Karte und eine Mobilfunkverbindung, damit Telefonie und Online-Funktionen funktionieren. GPS kann außerdem je nach Empfang und Umgebung unterschiedlich genau sein.

Und ganz wichtig für Kinder: Laut Anleitung ist die Uhr zwar für normalen Kontakt mit Wasser ausgelegt, sie ist aber nicht zum Schwimmen, Tauchen, Baden oder für heiße Quellen gedacht.

Das würde ich einem Kind ausdrücklich sagen. Denn: „Meine Uhr kann Wasser ab!“ endet sonst schneller im Pool, als man schauen kann.

Warum wir sie trotzdem nicht ständig kontrollieren wollen

Die Technik macht etwas möglich, das Eltern früher schlicht nicht konnten. Man kann jederzeit nachsehen. Und genau deshalb muss man meiner Meinung nach auch lernen, nicht jederzeit nachzusehen.

Wenn wir unserem Kind einen bekannten Weg alleine zutrauen, gehört ein bisschen Vertrauen dazu. Sonst könnten wir genauso gut fünf Meter hinter ihm hergehen.

Die Uhr soll für uns deshalb keine elektronische Hundeleine sein. Wir schauen auf den Standort, wenn es einen Grund dafür gibt. Nicht aus Gewohnheit.

Für wen finde ich so eine Uhr sinnvoll?

Ich würde nicht sagen: Jedes Schulkind braucht eine GPS-Uhr. Braucht es nicht.

Aber ich finde sie interessant für Familien, die gerade an diesem Punkt angekommen sind: Das Kind möchte mehr alleine machen. Ein eigenes Smartphone ist noch zu früh. Und Mama und Papa möchten trotzdem eine einfache Möglichkeit haben, erreichbar zu bleiben.

Dann ist so eine Uhr für mich ein ziemlich guter Zwischenschritt.

Die Kinder-Smartwatch, die wir gekauft haben

Wir haben uns zum Schulstart für dieses Modell entschieden:

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Mir gefällt vor allem die Kombination aus: Telefon + SOS + Ortung + Klassenmodus.

Kamera, Schrittzähler, Videotelefonie und die anderen Funktionen sind nett. Aber gekauft haben wir sie nicht deshalb.

Wir haben sie gekauft, weil wir langsam an einen Punkt kommen, an dem unser Kind mehr alleine machen möchte. Und weil mir ein Satz dabei ein gutes Gefühl gibt: „Wenn irgendetwas ist, ruf mich an.“

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Braucht die Kinder-Smartwatch eine SIM-Karte? Ja. Für Mobilfunkfunktionen verwendet die Uhr eine 4G-fähige Nano-SIM-Karte.
  • Kann mein Kind damit telefonieren? Ja. Kontakte können über die App auf die Uhr übertragen werden und die Uhr besitzt zusätzlich eine Telefonfunktion.
  • Hat die Uhr eine SOS-Funktion? Ja. Bis zu drei SOS-Nummern können hinterlegt werden. Die SOS-Funktion lässt sich über längeres Drücken der entsprechenden Taste aktivieren.
  • Kann ich mein Kind mit der Uhr orten? Die App zeigt den Standort mithilfe von GPS, WLAN und LBS an. Zusätzlich können bis zu drei Sicherheitsbereiche eingerichtet werden.
  • Kann jeder die Uhr anrufen? In der App lässt sich einstellen, dass unbekannte Anrufer blockiert und nur Kontakte aus dem Telefonbuch zugelassen werden.
  • Kann die Uhr während der Schule stummgeschaltet werden? Sie besitzt einen Klassenmodus, bei dem für festgelegte Zeiträume Anrufe blockiert werden können.
  • Kann man mit der Uhr Sprachnachrichten schicken? Ja. Das Kind kann Sprachnachrichten an die App senden. Die App kann sowohl Sprach- als auch Textnachrichten an die Uhr schicken.
  • Kann man damit Videoanrufe machen? Ja. Videotelefonie zwischen Uhr und App wird unterstützt.
  • Ist die Uhr wasserdicht? Hier würde ich vorsichtig sein. Laut Anleitung ist sie nicht zum Schwimmen, Baden oder Tauchen geeignet.

Unser Fazit

Der Schulstart ist einer dieser Momente, in denen man plötzlich merkt: Das eigene Kind wird größer. Man möchte schützen. Aber irgendwann muss man auch anfangen loszulassen.

Genau deshalb finde ich die Kinderuhr inzwischen sinnvoller, als ich vor dem Kauf gedacht habe. Nicht wegen der Kamera. Nicht wegen des Schrittzählers. Und eigentlich nicht einmal hauptsächlich wegen GPS.

Sondern weil unser Kind ein kleines Stück Freiheit bekommt und gleichzeitig weiß: Mama und Papa sind erreichbar.

Und wir wissen: Wenn wirklich etwas ist, gibt es eine Möglichkeit, miteinander Kontakt aufzunehmen.

Für uns ist das gerade genau die richtige Zwischenstufe zwischen „Wir gehen überall gemeinsam hin“ und „Du brauchst jetzt ein eigenes Smartphone.“

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