Taschengeld für Kinder

Wie viel, wie oft und warum es so wichtig ist

Taschengeld ist eine der ersten Erfahrungen, die Kinder mit Geld machen. Es hilft ihnen, den Wert von Geld zu verstehen, mit einem festen Budget umzugehen und Entscheidungen zu treffen. Doch wie viel Taschengeld ist sinnvoll? Ab wann sollte man es einführen?

Warum ist Taschengeld wichtig?

  • Kinder lernen den Wert von Geld kennen – Geld ist nicht unendlich verfügbar und muss eingeteilt werden.
  • Sparen wird geübt – wer wartet, kann sich größere Wünsche erfüllen.
  • Fehlentscheidungen sind erlaubt – einmal alles für Süßigkeiten ausgegeben? Beim nächsten Mal wird besser überlegt.
  • Eigenverantwortung wird gestärkt – Kinder entscheiden selbst, wofür sie ihr Geld ausgeben.

Wie viel Taschengeld ist sinnvoll?

AlterTaschengeldhöheRhythmus
4–5 Jahre1–2 € pro WocheWöchentlich
6–7 Jahre2–3 € pro WocheWöchentlich
8–9 Jahre3–5 € pro WocheWöchentlich
10–11 Jahre10–15 € pro MonatMonatlich
12–13 Jahre20–25 € pro MonatMonatlich
14–15 Jahre30–50 € pro MonatMonatlich
16–17 Jahre50–70 € pro MonatMonatlich

Jüngere Kinder profitieren von wöchentlicher Auszahlung, da ein Monat für sie sehr lang ist. Ab ca. 10 Jahren ist eine monatliche Auszahlung sinnvoll, um größere Budgets zu verwalten.

Meine wichtigsten Regeln für den Umgang mit Taschengeld

  • Fester Taschengeld-Tag: immer am gleichen Wochentag, für eine feste Routine.
  • Freie Entscheidung lassen: auch wenn ich nicht mit jeder Wahl einverstanden bin.
  • Reflexion statt Kontrolle: „Bist du zufrieden mit deiner Entscheidung?“
  • Sparziele setzen: gemeinsam ein Ziel finden, für das gespart wird.
  • Kein zusätzliches Geld, wenn das Taschengeld aufgebraucht ist – so lernt das Kind, mit seinem Budget auszukommen.

Mein kreativer Ansatz: die Spar-Tafel mit Schieberegler

Um den Sparprozess greifbarer zu machen, habe ich eine Spar-Tafel mit Schieberegler entwickelt: Eine Leiste in 2-€-Schritten zeigt den Fortschritt, ein Schieberegler (z. B. eine Dino-Figur) wandert mit jeder Auszahlung weiter nach oben. Die Sparziele sind austauschbar – wir zeichnen gemeinsam Wünsche auf, und mein Kind kann jederzeit selbst bestimmen, worauf es spart.

Das Geld „wächst“ so sichtbar mit jeder Woche, Sparen wird zum Spiel, und die Eigenständigkeit wird gefördert, ohne dass ich ständig eingreifen muss.

Ab wann größere finanzielle Entscheidungen?

  • Grundschulalter (6–10 Jahre): erste kleine eigene Entscheidungen, Einführung von Sparzielen.
  • Mittelstufe (11–14 Jahre): größere Sparziele, Taschengeld für kleine Freizeitaktivitäten.
  • Jugendliche (15–17 Jahre): monatliches Budget für Kleidung/Freizeit, erste Erfahrungen mit eigenem Konto oder Prepaid-Karte.

Taschengeld ist eine einfache, aber effektive Möglichkeit, Kindern den Umgang mit Geld beizubringen – auch wenn es bedeutet, dass sie gelegentlich Fehlentscheidungen treffen. Denn das Wichtigste am Taschengeld ist nicht das Geld selbst, sondern das Lernen, das damit verbunden ist.